Eselhof Nechern
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Manika und Georg suchen ein Zuhause

Von Kerstin Fiedler
 
In der Herde der Esel und Mulis auf dem Eselhof Nechern fällt Manika gleich auf. Die Eseldame ist das größte Tier in der Herde. Acht Tiere gehören zum Eselhof Nechern, den Ralf und Heike Wulke in ihrer Freizeit betreiben. Manika und das Muli Georg, eine Kreuzung aus Esel und Pferd, sind hier nur zur Pflege. Bei den Wulkes haben sie ein Übergangs-Zuhause.
Heike Wulke kümmert sich nicht nur um ihr Hobby zu Hause. Sie engagiert sich auch im Tierschutz, ist Vorsitzende des Vereins Noteselhilfe, der deutschlandweit agiert. "Wir wollen Esel retten, deren Besitzer, aus welchem Grund auch immer, ihre Tiere nicht artgerecht halten, sie vernachlässigen oder sie zum Beispiel aus Zeitmangel abgeben", sagt Heike Wulke. Der Verein hat dafür verschiedene Pflegestellen. Und so kamen Manika und Georg nach Nechern.
 
Paten zur Betreuung gesucht
 
"Manika kommt aus Osnabrück. Seit vier Jahren steht sie auf dem Hof als Pensionstier. Doch die Besitzerin kann sich das nicht mehr leisten. Manika kostet nämlich seit dem vorigen Jahr viel Geld. "Sie ist zwar sehr groß, kann aber dennoch nicht geritten werden, da sie einen extremen Senkrücken hat. Aufgrund massiver Fehlstellungen der Vorderhufe benötigt sie einen orthopädischen Beschlag. Also ein Esel zum Liebhaben, der viel Geld kostet", sagt Heike Wulke. Auf etwa 1500Euro im Jahr schätzt sie die Kosten für Tierarzt und Hufschmied - Tendenz steigend. Deshalb sind die Vereinsmitglieder jetzt auf Sponsorensuche. Jeder Betrag hilft, sagt Heike Wulke. Allerdings hat sie auch eine andere Idee: "Es wäre uns schon geholfen, wenn sich Paten für Manika finden, die regelmäßig nach Nechern kommen, um Zeit mit der Eseldame zu verbringen", sagt Heike Wulke. Die 21-jährige Manika ist nämlich sehr anhänglich, braucht viele Streicheleinheiten und geht gern spazieren. "Sie ist eine Genießerin, denn sie mag auch Massagen. Und sie ist sehr brav und macht alles, was ein Esel können muss", sagt Heike Wulke. Wer sich für solch eine Patenschaft interessiert, wird natürlich auf dem Hof eingeführt, bekommt Grundlagen der Eselhaltung und -pflege beigebracht.
Bei Georg ist der Fall etwas anders. "Er war ein richtiges Muli-Monster", sagt Heike Wulke. Georg hat ausgeschlagen, gebissen, war immer auf Angriff aus. "Wir haben zu Beginn unserer Pflege einige Verletzungen hinnehmen müssen", sagt Heike Wulke. Das Tier hatte einfach schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. "Georg war ein Weideunfall mit einer Ponystute", weiß Heike Wulke. Im vergangenen Jahr haben Wulkes dem zweijährigen Georg viel beigebracht. "Er wird noch ein bisschen brauchen, aber dann wollen wir ihn an einen Liebhaber vermitteln", sagt Heike Wulke.  
 
Kurse zur Eselhaltung
 
Auf dem Eselhof in Nechern wird derzeit gebaut. Es entstehen Schulungsräume. Wenn die fertig sind, können hier unter noch besseren Bedingungen Kurse zu Grundlagen der Eselhaltung und Schnupperfahrkurse mit Eseln angeboten werden. "Es kommen Teilnehmer aus ganz Deutschland zur einzigen Eselakademie Sachsens", sagt Heike Wulke stolz.
 
Weitere Infos: www.noteselhilfe.org

Es ist gar nicht so einfach, das Muli - eine Kreuzung aus Esel und Pferd - Georg (l.) und den Großesel Manika gemeinsam aufs Bild zu bringen. Heike Wulke vom Eselhof Nechern schafft es. Als Vorsitzende der Noteselhilfe hat sie die beiden Tiere derzeit in Pflege.Foto: Carmen Schumann
 

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Donnerstag, 7. April 2011

Tierschutzverein sucht Unterstützung für zwei Esel

Nechern. Der deutschlandweit agierende Tierschutzverein Noteselhilfe betreut derzeit zwei Tiere in der Pflegestelle auf dem Eselhof Nechern. Um die Kosten dafür aufbringen zu können, bitten die Vereinsmitglieder immer wieder um Spenden. Im Fall der Großeselstute Manika kann jedoch auch eine andere Idee helfen, sagt Heike Wulke vom Eselhof Nechern. Sie ist Vorsitzende der Noteselhilfe.
 
Für Manika werden Esel-Liebhaber und solche, die es werden wollen, gesucht. Sie können mit dem Esel spazieren gehen, ihn pflegen und massieren. "Das würde uns zeitlich sehr entlasten", sagt Heike Wulke. Manika ist nur eins von 28Eseln oder Mulis, die in Pflegestellen auf Vermittlung hoffen. (SZ)