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Hufpflege
Ein besonderes Augenmerk ist auf die Hufpflege zu richten. Je nach Abnützung müssen die Hufe von Eseln alle acht bis zwölf Wochen professionell bearbeitet werden, ansonsten bilden sich "Schnabelschuhe". Am besten erkundigt man sich bei anderen Eselbesitzern, welcher Huffachmann in der Region empfehlenswert ist. Dabei ist nicht nur auf die Kosten zu achten - der Billigste ist nicht immer auch der Beste!
Nebst dem Besuch des Huffachmanns sollte man sich täglich um die Hufe seines Esels kümmern. Man räumt allen Schmutz aus, vor allem auch Steinchen, die sich gerne festsetzen. Man muss dafür besorgt sein, das der Esel möglichst nicht im Kot und in uringetränkter Einstreu steht. Ammoniakdämpfe, die dort entstehen, schaden den Hufen (und auch den Atmungsorganen).
Wenn der Esel artgerecht gehalten wird, werden die Hufe automatisch regelmässig mit genügend Feuchtigkeit versorgt. Schon der morgendliche Tau versorgt die Hufe mit der notwendigen Feuchtigkeit. So "gepflegte" Hufe brauchen kein Huffett, denn dieses verhindert nur, dass Feuchtigkeit in die Hufe eindringen kann.
Ausreichende Bewegung in Auslauf und Weide garantiert gute Durchblutung und Training des Bewegungsapparates.
Grundsätzliches
Eselhufe sind an ein Leben in steinigen, bergigen oder flachen Wüstengebieten angepasst. Auf diesem Boden besteht ständiger Abrieb, die Hufe wachsen schnell nach, sind hart und zugleich elastisch.In unserer Gegend leben die Esel in der Regel auf sehr weichem, nassen Boden und haben meist zu wenig Bewegung. Die Hufe müssen alle acht bis zehn Wochen von einem Hufschmied oder -pfleger ausgeschnitten werden.Ständige Feuchtigkeit ist der Hufgesundheit abträglich. Esel entwickeln innerhalb kürzester Zeit Strahlfäule, kranke Hufe müssen sofort behandelt werden. Die Hufe sind täglich auszukratzen, damit Schmutz und eventuell eingetretene Steine entfernt werden können.Die sehr oft geäußerte Ansicht, dass Esel Bockhufe haben müssen ist nicht richtig. Je steiler der Huf um so weniger arbeitet der Hufmechanismus, um so schlechter ist also die Durchblutung und die Abfederung des Gewichtes.
Aussehen
Beim Esel steht die Hufwand etwas steiler als beim Pferd. Beim Vorderhuf beträgt die optimale Tragrandwinkelung 55°, beim Hinterhuf 60°, der Kronenrand soll zum Ballen hin abfallen.
Die Trachten sollten halb so lang sein wie die Zehe (Abbildung 3a). Die Zehenrichtung (eine gedachte Achse durch Fesselbein, Kronbein und Hufbein) sollte auf jeden Fall erhalten bleiben.
Der Bockhuf
Die Trachten sind zu hoch und die Zehen zu kurz. Die Zehenachse ist gebrochen. Diese Fehlstellung ist angeboren, kann aber durch regelmässige Korrektur sicher behoben werden. Hat sie sich erst einmal durch mangelnde Pflege soweit verfestigt, ist sie ganz vorsichtig zu korrigieren. Esel mit leichter Fehlstellung müssen oft bis zu einmal in der Woche korrigiert werden.
Der Platthuf
Auch hier ist die Zehenachse gebrochen. Die Trachten sind manchmal nicht mehr vorhanden und die Bänder und Sehnen im Fesselgelenk werden überdehnt. Aus diesem Huf entwickeln sich bei weiterer Vernachlässigung die langen "Schnabelhufe", die man oft bei verwahrlosten Eseln sieht. Es entstehen zwischen den Gelenken Hohlräume, die mit Knochenwucherungen ausgefüllt werden. Dadurch ist meist eine richtige Hufkorrektur nicht mehr möglich. Hier muss dringend die Zehe gekürzt werden.
Quelle: Annamaria Matter in Esel Post 3/2001